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Wohnprojekt Lu 15

Dezember 24, 2007 | Keine Kommentare

Das Wohnprojekt in der Tübinger Ludwigstrasse besteht seit 1979. Damals wurde das Haus, welches früher eine französische Kaserne war wie so viele andere leer stehende Häuser in dieser Zeit besetzt. Die ersten zehn Jahre gab es einen Nutzungsvertrag mit dem Bundesvermögensamt.

Als dann aber 1989 das Tübinger Studentenwerk A.d.ö.R. das Haus samt Grundstück für schlappe 600.000 DM erwarb, begann der langwierige und bis heute dauernde Kampf um das soziale Wohnprojekt in der Ludwigstrasse 15. Direkt nach dem Kauf verloren die BewohnerInnen in einer harten Auseinandersetzung den weiträumigen Garten, welcher ca. 2/3 der Gesamtfläche ausmachte, konnten aber für das Haus einen 10jährigen Mietvertrag aushandeln.

Nach Ablauf dieses Vertrags tat sich dann zuerst einmal nichts – das Projekt konnte zu nahezu gleichbleibenden Bedingungen erhalten bleiben. Das änderte sich 2004 als das Studentenwerk den BewohnerInnen die Mietverträge kündigte. Seitdem gab es jede Menge Verhandlungen und Aktionen um das Projekt zu erhalten. Der damalige Geschäftsführer des Studentenwerks A.d.ö.R. Herr Raaf machte schon relativ bald klar, dass er kein Interesse mehr an irgendeiner Form des Fortbestands des sozialen Wohnprojekts Lu 15 mehr hatte und erwarb sogar nach einer Auseinandersetzung vor Gericht den Räumungstitel.

Aber die BewohnerInnen waren trotzdem nicht bereit zu gehen und auch um eine Eskalation der Situation zu vermeiden schalteten sich immer mehr PolitikerInnen und UnterstützerInnen ein.

Mittlerweile entwickelten die BewohnerInnen in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Mietshäuser Syndikat eine Kaufoption für Haus und Restgrundstück. Dem neuen Geschäftsführer Herr Schill und den Mitgliedern des Verwaltungsrates des Studentenwerks konnte die Zusicherung abgerungen werden das Haus bei einem akzeptablen Angebot zu verkaufen. Während das Studentenwerk jedoch noch den vollen Marktpreis des Hauses fordert, pochen die BewohnerInnen darauf es billiger zu kriegen, schliesslich kam das Studentenwerk nur Aufgrund der Besetzung des Hauses so billig daran. Außerdem fordern die BewohnerInnen den sozialen Status des Hauses zu Berücksichtigen mit Umsonstladen, Hausbar, Volxküchen und kulturellen Angeboten und boten sogar eine Studentenquote an um das Studentenwerk zu unterstützen.

Wie auch immer die Verhandlungen weitergehen – ob es zu einer weiteren Besetzung des Hauses kommen wird oder ob der Kauf schnell vonstatten gehen wird – die BewohnerInnen sind auch weiterhin auf UnterstützerInnen angewiesen. Um den Kauf finanzieren zu können brauchen sie noch mehr Leute die bereit sind das soziale Wohnprojekt Lu 15 mit einem Direktkredit zu unterstützen. Das gleich Finanzierungsmodell ist mittlerweile schon bei etwa 30 anderen Projekten in Deutschland erfolgreich angewendet worden (so z.B. auch in der Schellingstrasse).

Wer näheres wissen will zum Haus kann sich auf der Homepage der Lu 15 schlaumachen, auf welcher auch die genaue Finazierung dargestellt wird. Der Projektpartner der Lu 15, das Freiburger Miethäusersyndikat, das schon die ganzen anderen Projekte mitverwirklicht hat hat ebenfalls eine Homepage mit vielen Interessanten und nützlichen Informationen.



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